Massenansturm auf die Alpen – Staatsregierung redet Situation schön

19. März 2021

Florian von Brunn nach Anfrage an die Staatsregierung: Umgang mit den Sorgen der Bürgerinnen und Bürger ist empörend

Die bayerischen Alpen und die dortigen Anwohnerinnen und Anwohner hatten in den letzten Monaten mit einem massiven Besucheransturm zu kämpfen. Der umweltpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Florian von Brunn ist verwundert über das völlig fehlende Problembewusstsein der Staatsregierung, wie eine Antwort auf eine Anfrage gezeigt hat. "Die Staatsregierung stellt 'nirgenwo chaotische Zustände' fest - ein durchschaubarer Versuch, die Situation einfach schön zu reden", kritisiert von Brunn. "Ich bin wirklich verärgert, wie mit den berechtigten Anliegen der Menschen vor Ort umgegangen wird. Seit Monaten berichten die Medien über die großen Probleme beim Verkehrsaufkommen, bei der Parksituation, mit Wild-Campern und zunehmender Vermüllung – und die Staatsregierung tut so, als könnte man die massiven Belastungen für Umwelt und Anwohner einfach so herunterspielen."

Von Brunn attestiert der Staatsregierung völlige Konzeptlosigkeit, was schon an deren Beurteilung der Verkehrssituation in besonders betroffenen Regionen und Orten zu erkennen ist: „Oberstdorf, Kochel am See, Walchensee oder Berchtesgaden werden mit den Problemen allein gelassen oder, wie Garmisch-Partenkirchen und die Loisachtalgemeinden, mit Straßenbauprojekten vertröstet, die noch Zukunftsmusik sind. Wer nur mehr Straßen baut, wird mehr Verkehr ernten! Was wir wirklich brauchen, ist der massive Ausbau des öffentlichen Verkehrs im Alpenraum und eine deutlich bessere Unterstützung der Landkreise dabei!“

Die SPD-Landtagsfraktion setzt dagegen auf neue Konzepte und öffentliche Investitionen. „An erster Stelle steht für mich die Stärkung und der Ausbau des Bahn- und Busbetriebs. Dazu gehört unbedingt der zweigleisige Ausbau der Werdenfelsbahn nach Garmisch-Partenkirchen und Mittenwald, aber auch die schnelle Elektrifizierung und Kapazitätserhöhung der Bayerischen Oberlandbahn. Aber auch bei den Strecken ins Allgäu gibt es noch viel Luft nach oben! Zudem ist deutliche Aufstockung der immer dünner gewordenen Personaldecke bei der örtlichen Polizei notwendig, um die eigentlich selbstverständlichen Regeln vor Ort auch durchzusetzen.“ Politisches Ziel ist es, mit bestmöglicher, klimaschonender Anbindung durch öffentliche Verkehrsmittel und durch ein geregeltes und kontrolliertes Leitsystem in den neuralgischen Bereichen die Situation für alle, für Anwohner wie für Ausflügler, zu erleichtern. „All das geht nicht, wenn man - wie die Staatsregierung - auf die Herausforderungen völlig unsensibel und mit Beschönigung der wahren Situationen reagiert.“

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