SPD protestiert gegen Ausbau des Skigebiets am Fellhorn

23. März 2026

Klimawandel, Gletscherschwund, Liftabbau auf der Zugspitze – und trotzdem sollen am Fellhorn im Oberallgäu Lifte und Pisten ausgebaut werden. Bei der SPD stößt dieses anachronistische Vorgehen auf entschiedenen Widerstand. „Offenkundig ist hier das zuständige Landratsamt mit der Brechstange unterwegs“, kritisiert der alpenpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Florian von Brunn. SPD-Umweltexpertin Anna Rasehorn betont: „Dieser skandalöse Vorgang ist nur möglich, weil die Söder-Regierung mit dem dritten Modernisierungsgesetz den Natur- und Alpenschutz im Genehmigungsverfahren planiert hat."

Die SPD kündigt eine rechtliche Prüfung an und will alle Hebel in Bewegung setzen, um den Ausbau noch zu verhindern. Laut Medienberichten hat das Landratsamt Oberallgäu per Sofortvollzug den umstrittenen Neubau des Scheidtobel-Sessellifts samt der dazugehörigen Pisten plus Schneekanonen genehmigt – in einem Tempo, das Einsprüche von Naturschutzverbänden unmöglich macht. „Sogar auf der Zugspitze werden Lifte wegen des Klimawandels geschlossen“, erinnert Anna Rasehorn. „Aber in Oberstdorf will man ausbauen. Offenkundig hat man den Schuss dort nicht gehört.“

Noch vor kurzem wäre für den Ausbau des Skigebiets am Fellhorn eine Umweltprüfung obligatorisch gewesen. Die aber wurde mit dem sogenannten dritten Modernisierungsgesetz der Staatsregierung abgebaut – ein Freibrief für Investoren und eine Bankrotterklärung für den Alpen- und Umweltschutz. „Wenn das Bestand hat, kann man den Schutz der bayerischen Alpen in Zukunft vergessen“, warnt Florian von Brunn. „Unsere Berge werden trotz Klimawandel und Artenschwund dem Profit geopfert.“

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